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Der geheimnisvolle Garten

Der geheimnisvolle Garten

Kleiner Garten mit Weitblick: Im Sommer verleihen weiss und blau blühende Blumen dem Debussy-Garten Tiefe. Bilder: zvg

Die Überraschung ist gross. Wie kann es sein, dass man sich beim Blick aus dem Wohnzimmer eines kleinen Reiheneinfamilienhauses in einem zauberhaften Gartenparadies wähnt? Unzählige Grünnuancen und dazwischen setzen Blüten Farbakzente in Weiss und Blau. «Natur und Musik haben sich in dieser Oase vereint», sagt Anne Forster, die nach der Matura Musik studierte und in der zweiten Lebenshälfte eine Ausbildung zur Gartengestalterin in Angriff nahm. Aus dieser Kombination entstand ihr privates Naturrefugium, der Debussy-Garten.   

Hinter einem kleinen Reiheneinfamilienhaus in Riehen hat die Gartengestalterin und Pianistin Anne Forster einen verwunschenen Musikgarten zum Leben erweckt.

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Zarte Blüten, die verzaubern: Jungfer im Grünen und Clematis «Fond Memories».

Von der Musik zur Natur

Wenn Anne Forster auf ihrem Flügel die Kompositionen von Claude Debussy spielt, dann erscheinen vor ihrem inneren Auge Farben – zarte Töne in Blau, Weiss und Silber. Farben, die heute im Garten erblühen oder als Blattgrün-Nuancen wiederkehren. «Doch auch der Rhythmus, die Textur und die Struktur der Musik inspirierten mich für meine private Gartengestaltung», so Anne Forster. «Wie ordne ich die Blumeninseln an, welche Blume blüht wann, wie und in welcher Farbe, welche Form und Farbe hat das Grün, wie verfärben sich die Blätter im Herbst, oder welche Pflanzen wiederhole ich in welchen Abständen, waren Fragen, mit denen ich mich bei der Kreation auf dem Papier erst einmal auseinandersetzte – die Musik von Debussy stets im Kopf mit dabei.» Was daraus geworden ist, verzaubert die Besucher im Nu: Zwanglos angelegte Beete, Hasel-Weiden-Gestelle, an denen Clematis hochranken, immergrüne Bäumchen, Stauden und Wildstauden, ergänzt mit eingesäten Einjährigen. Manches grazil und verspielt, anderes setzt auf dezente Art Akzente. Debussy wollte mit seinen Tönen etwas Geheimnisvolles einfangen, ebendies tut nun auch Anne Forster in ihrem Garten.
 

"Jeder Garten braucht einen verwunschenen Sitzplatz zum Träumen."

Anne Forster
Gartengestalterin

Ein Platz zum Träumen

Neben der Musik findet Anne Forster insbesondere in der Natur, an Messen, Ausstellungen und Gartenreisen ihre Inspirationen. «Die Eindrücke setze ich kaum eins zu eins um, sondern lasse die dabei gewonnenen Ideen lieber in meine selbst erarbeiteten Konzepte für Kunden einfliessen.» Wann wird Anne Forster denn gerufen? «Ich unterstütze in vielen Belangen, sei es bei der Realisierung des Traumgartens, wenn Teilbereiche des Gartens geändert oder neue Impulse gesetzt werden möchten.» Am Anfang stehe das Gespräch, die Wünsche des Gartenbesitzers, welche Funktion der Garten erfüllen sollte und wie viel Zeitaufwand investiert werden möchte: «Der Garten einer Familie mit Kindern, die oft im Freien spielen, erfordert eine andere Gestaltung als der Garten eines älteren Ehepaares, das seine Freizeit mit dem Hegen und Pflegen der Blumen verbringt», so Anne Forster. «Danach lasse ich meiner Kreativität freien Lauf und bringe meine Gedanken und Ideen ein.» Wichtig sei ihr zum einen, den Garten als Erweiterung des Wohnzimmers zu sehen, dass das Innen und Aussen zu einem harmonischen Gesamtbild verfliesse. «Zudem braucht jeder Garten einen verwunschenen Sitzplatz zum Träumen.» Punkto Gartenbeete: Besonders angetan hat es Anne Forster die sogenannte Matrix-Bepflanzung. Dabei werden wenige ausgewählte Arten wie Gräser oder Bodendecker auf der ganzen Fläche eingepflanzt und anschliessend eine grosse Vielfalt an Blütenpflanzen in lockerem Muster eingestreut. «Dies führt zu einem naturhaften, wildromantischen Garten, der mit wenig Aufwand zu einer wundervollen Erscheinung heranwächst und auch im Winter eine Struktur bietet.»
   

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Anne Forster

Aus fett wird mager, aus klein wird gross

Gibt es Kundenwünsche, die Anne Forster nicht erfüllen kann? «Aus einem schattigen Garten kann man nun mal keinen Sonnengarten machen», so die Gartengestalterin. Ein grosses Veränderungspotenzial bietet jedoch der Boden: «Bei einem Beet in meinem Garten habe ich rund einen halben Meter tief gegraben, den Humus mit Schubkarren durch das Wohnzimmer abtransportiert und den schweren Lehm durch Wandkies ersetzt», sagt Anne Forster mit einem Lachen. Ein Beet mit Wildblumencharakter ist dort entstanden: Es gedeihen Arten und Sorten, die trockenen, mageren Boden bevorzugen.

Auch lässt sich aus einem kleinen Garten rein optisch einen grossen zaubern «Weisse und blaue Blumen verleihen einem Garten Tiefe und Weite. Zudem nutze ich dann die Vertikale, beispielsweise mit Kletterhilfen, an denen sich die Pflanzen emporranken können.» In Anne Forsters Paradies sind es über 60 verschiedene Clematis-Sorten, die den Garten ebenso in die Höhe wachsen lassen. Eine weitere Technik nennt sich «geborgte Landschaft». Anne Forster: «Wir haben mit kleineren Gehölzen wie einem Erdbeerbaum und einer weidenblättrigen Birne die Baumkulisse des angrenzenden Kirchgartens in unseren Garten integriert und diesen so visuell erweitert.» Genug gesprochen. Nun ziehen wir uns die Gartenschuhe über und bestaunen den Debussy-Garten nicht nur vom Wohnzimmer aus. Wiederum werden wir überrascht: An einem Tau, über wenig, zierlichem Laub, schwebt eine riesige elfenhafte Blüte. «Fond Memories» heisst diese Clematis-Sorte, die mit ihren fedrig marmorierten Blütenblättern die Besucher im Nu in die geheimnisvolle Gartenwelt abtauchen lässt.

Gartengestalterin Anne Forster unterstützt bei der Realisierung des eigenen Traumgartens oder in Teilbereichen, zeichnet Pläne und erstellt Pflanzplanungen mit Pflegeplänen. Zusammen mit bewährten Gartenteams werden die Ideen umgesetzt.

Zudem bietet die Gartengestalterin Kurse für Interessierte an. Am Samstag, 19. September, führt sie in die moderne Gartenplanungstechnik der Matrix-Bepflanzung ein. Das Resultat: eine offene Weite mit Gräsern und attraktiven Blüten in den schönsten Farben. Jede Blume ist ein Spotlight im Gewoge der Gräser.

Am Sonntag, 23. August, gewährt Anne Forster beim Tag der offenen (Garten-)Tür zwischen 10 und 18 Uhr Besuchern einen Einblick in ihren geheimnisvollen Debussy-Garten. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage wird gebeten, die Durchführung auf der Website zu prüfen. Lea Marti

www.secretgardens-bs.ch
    

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