«Jeden Tag eine Stunde Sport!»

«Bedeutung und Akzeptanz des Sportunterrichts werden in den kommenden Jahren wachsen, das muss und das wird auch passieren! Sinnvoll wäre eine tägliche Einheit Sport. Diese könnte durch «mobile» Sportlehrpersonen, die für einen Bewegungsinput in die Klasse kommen, sogar noch ergänzt werden. Das Fach müsste zudem um Themen wie Fitness, Gesundheit oder Ernährung erweitert werden. Das Bewusstsein dafür muss sich zwingend verändern. Die gezielte Nutzung von digitalen Medien wird auch in den Turnhallen Einzug halten. Wichtige Aspekte des Sportunterrichts könnten so transparent gemacht werden. Das erfordert natürlich einen Ausbau der Infrastrukturen.»

Tobias Graf, Dozent an der Professur Sport und Sportdidaktik im Jugendalter, PH FHNW, und Sportlehrer an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel
    

BZG Bildungszentrum Gesundheit Basel-Stadt
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«Nicht sportliche Leistung steht im Vordergrund»

«Der Sportunterricht wird in den kommenden Jahren enorm an Bedeutung gewinnen. Meine Vision: In 20 Jahren haben alle Schülerinnen und Schüler neben den Sportlektionen zusätzliche Bewegungsstunden im Stundenplan, so dass sie sich täglich mindestens eine Stunde bewegen. Sie erleben einen lehrreichen und qualitativ hochstehenden Sportunterricht, der ihnen die Freude an der Bewegung vermittelt. Schon heute stehen im Sportunterricht nicht in erster Linie Leistung und Wettkampf, sondern auch viele überfachliche Kompetenzen im Fokus. Das Bewusstsein für die verschiedenen Perspektiven des Bewegungs- und Sportunterricht wird wachsen.»

Yves Moshfegh, Sportlehrer und Fachexperte Sport am Pädagogischen Zentrum PZ.BS


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«Leben ist Bewegung – Bewegung ist Leben»

«Ich hoffe und gehe davon aus, dass der Sportunterricht in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird und wünsche mir beispielsweise, dass Sport am Gymnasium zu einem Promotionsfach aufgewertet wird. Wenn wir den viel zitierten Grundsatz «Leben ist Bewegung und Bewegung ist Leben» ernst nehmen, reicht das heutige Drei-Stunden-Obligatorium einfach nicht. Die drei Komponenten Gesundheitsvorsorge, Leistung und Spiel sollten im Idealfall primär in praktischer, aber auch theoretischer Form täglich im Stundenplan ihren Platz haben. Man muss allerdings aufpassen, dass die (Selbst-)Überwachung nicht zu weit geht und wir am Schluss alle einen Chip eingepflanzt bekommen, der misst und auswertet, ob wir uns genug und richtig bewegt haben.»

Claudio Jenny, Sportlehrer Wirtschaftsgymnasium und WMS Basel-Stadt


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«Der Spass an Bewegung ist entscheidend»

«Meine Hoffnung wäre, dass auch die Lehrbetriebe die Wichtigkeit des Sportunterrichts an den Berufsschulen mehr zu würdigen wissen. Es gibt ermutigende Zeichen, dass Firmen verstärkt auf die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden achten und sich dabei an dem orientieren, was wir an den Berufsschulen machen. Ich glaube an die Zukunft unseres Ansatzes, im Sportunterricht vor allem den Spass an der Bewegung zu wecken, damit man auch nach der Schule aktiv bleibt, gepaart mit der Vermittlung von gesundheitsrelevantem Wissen und Können. Das wird allerdings nur gelingen, wenn genug in Infrastruktur investiert wird, die für einen attraktiven Schulsport nötig ist, und die Jahreslektionen weiterhin bestehen bleiben.»

Nicole Konrad, Sportlehrerin an der Berufsfachschule Basel