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Netzwerk der Solidarität

Organisierte Nachbarschaftshilfe und Kontaktplattformen schliessen eine wichtige Lücke in unserer Gesellschaft. Vor allem ältere Menschen profitieren davon.

Aus anfänglicher Unterstützung wächst oft Freundschaft. Bild: Getty

26.04.2021

Die Welt dreht sich in einem immer schneller werdenden Tempo. Das Nachsehen hat vor allem die ältere Generation. Auf einmal erscheinen beispielsweise wichtige Anzeigen nur noch online. Was für die digitale Generation eine Banalität ist, kann für ältere Leute schon zu einem Hindernis werden. Sie sind dann auf Hilfe angewiesen. Auf Hilfe angewiesen sind aber auch allgemein alle Leute mit eingeschränkten finanziellen, sozialen oder gesundheitlichen Ressourcen. Insbesondere alleinstehende Menschen, was im Alter öfter gegeben ist als in jungen Jahren. Dann kommt der Risikofaktor Einsamkeit hinzu. Der Psychiater Manfred Spitzer schrieb 2018 sogar ein Buch darüber, wie Einsamkeit als Krankheit ansteckend, schmerzhaft und sogar tödlich sein kann. Gut, gibt es in der Region Basel Vereine und Organisationen, die Menschen aus der Isolation holen, sie vernetzen und ihnen im Alltag helfen wollen.
       

Selbstbestimmung im Alter

Eine Bewegung, die sich für die Grundrechte und das Zusammenleben aller Generationen stark macht, sind die grauen Panther. Sie gehen gegen Einsamkeit, Langeweile und das Gefühl der Nutzlosigkeit an, indem sie sich aktiv in die Gesellschaft einbringen. Die grauen Panther bieten auch Platz für eigene Aktivitäten und Ideen. Dann wird zu einem Thema eine Arbeitsgruppe gegründet und das Thema vertieft. Allein das Zusammensein und die Fokussierung auf ein gemeinsames Thema ist für viele heilsam. Oftmals entstehen Freundschaften und neue Ideen. In der Nordwestschweiz gibt es mehrere Gruppen wie z. B. Café Philo, Dialog, Spiritualität, Marktbesuche usw., in denen sich die Mitglieder treffen. Zurzeit liegen allerdings auch die meisten Veranstaltungen und Treffen auf Eis. Profitieren kann man trotzdem vom Know-how und den Erfahrungen anderer.

Nachbarschaftshilfe und Austausch

Braucht es spezielle Hilfe, z. B. bei der Lampenmontage, bei der Gartenarbeit, Computerarbeiten oder Betreuung von Haustieren, bietet Nachbarnet eine geeignete Plattform. Seit 20 Jahren vermittelt der Verein Nachbarschaftshilfe, setzt sich für Begegnung und Zusammenarbeit zwischen Menschen in Basel und Umgebung ein. Auf der Internetseite Nachbarnet.ch werden Angebote und Nachfragen für Hilfen im Alltag, Tausch und gemeinschaftliche Aktivitäten zur Verfügung gestellt. Wer hauptsächlich an Austausch und gemeinsamen Unternehmungen interessier ist, findet auf Sozialkontakt.ch eine kostenlose Online-Kontaktplattform.

Begleitung für Tram und Bus

Das Projekt Tram-dem des Vereins Beratungsnetz Basel richtet sich an ältere Menschen, die noch zu Hause wohnen und gelegentlich in der Stadt Termine, Aufgaben oder einen Besuch mit dem Tram und mit einer Begleitung wahrnehmen möchten. Insgesamt begleiten 16 Freiwillige – darunter 12 Expats – Menschen mit unterschiedlichem kulturellem und sprachlichem Hintergrund. Sporadisch oder regelmässig. Wer eine Begleitung sucht, ruft einfach an oder schreibt ein E-Mail an den Verein. Gezahlt wird nur das Ticket für die freiwillige Begleitung. Dominique Simonnot

Grauepanther.ch
Nachbarnet.ch
Beratungsnetz-basel.ch
Sozialkontakt.ch