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Von Arglist, Courtagen und magischen Dreiecken

Finanzwelt - Die Finanzwelt spricht eine eigene Sprache. Insbesondere im Bereich von Vorsorgeeinrichtungen, Versicherungen und Anlagen existieren viele Begriffe, deren Bedeutung nicht immer ganz klar ist.

Börsen-Investments sind anspruchsvoll. Wer neu in die Materie einsteigt, sollte Grundwissen mitbringen – oder den Handel Profis überlassen, wie hier an der New Yorker «Wall Street». Bild: Getty

25.03.2021

Arglist 
Wer zur Altersvorsorge eine kapitalbildende Lebensversicherung abschliessen will, muss Angaben zu seiner Gesundheit machen. Dies geschieht hauptsächlich auf Vertrauensbasis. Vertragsrelevante Informationen verschweigen oder falsche Angaben machen, gehören zur arglistigen Täuschung und können die rechtmässige Gültigkeit des Vertrags in Frage stellen.

Bewertungsreserven 
In der Schweiz spricht man eher von stillen Rücklagen, die entstehen, wenn aktuelle Marktpreise von Kapitalanlagen höher sind als der Kaufpreis. Bewertungsreserven sind abhängig vom Kapitalmarkt und können durch Vermögenunterbewertung oder Schuldenüberbewertung entstehen.

Courtage 
Bei jeder Transaktion von Wertschriften wird eine Gebühr, die Courtage, fällig. Erhoben werden die Courtagen von Wertschriftenhändlern, Banken oder auch Onlinehändlern. 

Pax

Depression 
Beschreibt einen Tiefpunkt der Volkswirtschaft (z. B. die USA nach dem Börsencrash 1929 bis Anfang der 1940er-Jahre). Wenn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen stark sinkt, kommt die Wirtschaft zum Stillstand, das Produktionsvolumen sinkt, die Arbeitslosigkeit steigt.

Deflation 
Bei der Deflation sinkt der Preis von Gütern stetig, sie verlieren an Wert. Konsumenten sparen lieber und behalten ihr Geld, als dass sie Produkte kaufen. Eine Deflation läuft oft parallel mit einer Rezession.

Erkenntnis 
Wer zur Altersvorsorge auf Fondssparen setzt, gewinnt vor allem in Krisenzeiten, wie jetzt mit dem Coronavirus, die Erkenntnis, dass Anlagefonds vor allem langfristig zum Sparen geeignet sind. Seit Beginn der Krise sind die Werte von Fondsanteilen durchschnittlich von einem Gewinn auf zeitweilig bis zu zweistelligen Verlusten gefallen.

Einlagen 
Es gibt Einlagen für die Schuhe, die eine gesunde Körperhaltung unterstützen. Im Zusammenhang mit Vorsorge und Sparen sind «Einleger» Bankkunden, die Geld (Deposit) beim Finanzinstitut deponieren. Einlagen variieren bezüglich Zins und Vertragsdauer.

Fonds 
Seit es praktisch keine Zinsen mehr auf Sparkonti gibt, sind Fonds, welche Wertpapiere, Edelmetalle, Rohstoffe und andere Investitionsarten beinhalten, auch bei Kleinanlegern beliebt. Wer in Fonds investiert, trägt Chancen und Risiken selbst.

Finma 
Die Aufsichtsbehörde Finma (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) überwacht Banken, Versicherungen, Börsen und andere Akteure am Schweizer Finanzmarkt.

Giralgeld 
Der Begriff Giralgeld stammt ursprünglich vom Girokono, wo Zahlungen zugunsten und zulasten von Kontoinhabern gebucht werden. Beim täglichen Zahlungsverkehr zwischen verschiedenen Bankkonten kommt das Giralgeld in elektronischer Form zum Einsatz.

Hochkonjunktur 
Befindet sich die Volkswirtschaft in einem Hoch, sind Güter und Dienstleistungen sehr gefragt, und ist die Arbeitslosenquote tief, spricht man von einer Hochkonjunktur. Momentan ist wegen der Corona-Krise eher das Gegenteil der Fall.

Investmentfonds 
Investmentfonds sind Sondervermögen, angelegt in einem Mix von Wertpapieren und Wertgegenständen wie Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffen und anderen Handelsgütern, das von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (Investmentgesellschaft) verwaltet wird.

Konsumkredit 
Verlockendes Angebot, schnell an Geld zu kommen, das dann oft für private Konsum- und Luxusgüter wie neue Möbel, Autos, Hauselektronik usw. verwendet wird. Konsumkredite sind hoch verzinst und langfristig teuer.

Long-Position 
Der Begriff Long-Position bezeichnet eine Käufer- oder Kaufsposition, die von einem steigenden Wert eines Finanzinstruments profitiert. Im Gegenteil profitieren Händler in der Short-Position von sinkenden Werten.

Magisches 
Dreieck Die eierlegende Wollmilchsau im Finanzwesen: Das magische Dreieck umfasst hohe Renditen, höchste Sicherheit und stete Liquidität – und ist die ideale Wunschvorstellung aller Anleger. Leider ist diese optimale Konstellation sehr unrealistisch.

NAV (Fonds) 
Der Nettoinventarwert (NAV, Net Asset Value) beziffert den Gesamtwert des entsprechenden Fonds oder eines Fondsanteils. Der NAV umfasst den «inneren Wert» eines Fondsanteil.

OAK 
Die OAK Berufliche Vorsorge ist eine von Weisungen des Parlaments und des Bundesrates unabhängige Aufsichtsbehörde. Sie sorgt für eine einheitliche Aufsichtspraxis im System der beruflichen Vorsorge. Quelle: Bundesverwaltung.

Put-Option 
Ein typischer Börsenbegriff: Ein Käufer kauft mit einer Put-Option das Recht, zu einem bestimmten Zeitpunkt Wertpapiere, Rohstoffe, Edelmetalle usw. zu einem definierten Zeitpunkt in einer definierten Anzahl zu verkaufen.

Quote 
Als Quote wird das gleichzeitige Stellen eines verbindlichen Geld- und Briefkurses (Kauf- und Verkaufspreis) für eine bestimmte Anzahl von Wertpapieren eines Marktteilnehmers auf einer Börse bezeichnet. Quelle: Wikipedia.

Rücknahmepreis 
Anleger verkaufen ihre Fondsanteile an die Investmentgesellschaft zu einem aktuellen Rücknahmepreis. Meist fallen dabei auch Gebühren an, sogenannte Rücknahmekommissionen.

Säule 3a und Säule 3a-Fondskonto 
Die Altersvorsorge Säule 3a und ein 3a-Fondskonto dienen im schweizerischen Vorsorgesystem sowohl dem Sparen als auch dem Anlegen. Das ersparte Vermögen kann nur in Ausnahmefällen vor der Pensionierung bezogen werden – unter anderem für den Erwerb von Wohneigentum oder der Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit.

Thesaurierung 
Bei der Thesaurierung werden Erträge aus Anlagen nicht ausgeschüttet, sondern reinvestiert.

Umsatzabgabe 
Die Umsatzabgabe entspricht den Stempelabgaben und wird vom Bund als Steuer auf bestimmten Vorgängen des Rechtsverkehrs, insbesondere der Ausgabe und des Handels von Wertschriften, also der Kapitalbeschaffung und des Kapitalverkehrs sowie der Zahlungen von Versicherungsprämien, erhoben. Quelle: Bundesverwaltung.

Volatilität 
Der Begriff entstammt dem Lateinischen «Volatilis» und bedeutet fliegen, flüchtig sein – wie eben die Kurse von Wertpapieren auch sein können: einmal hoch, einmal tief.

Wertpapiere 
Zum Sammelbegriff Wertpapier zählen Aktien, Obligationen, Optionsscheine, Anleihen und Wandelanleihen. Ein Oberbegriff für verschiedene Finanzinstrumente. Die etwas wert sind – oder sein sollten.

Xenografie 
Die Angewohnheit, Fremdwörter in der eigenen Sprache zu lesen und auszusprechen, wie sie im Original geschrieben sind. Zum Beispiel beim französischen Wort Renault: phonetisch korrekt – französisch – wäre «Re-noo».

Yankee-Bonds 
Yankee-Bonds sind Anleihen, die von ausländischen Banken oder Gesellschaften in den USA in US-Dollar aufgelegt werden.

Zentralbanken-Geld 
Dieser Begriff bezeichnet im Gegensatz zum Geschäftsbanken-Geld eine Geldmenge, die durch National- oder Zentralbanken oder zum Beispiel die Schweizerische Nationalbank geschaffen wird. Thomas Pfann